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09/06/04

Was ist eigentlich Klassenkampf? 

SchwarzRoter Salon
Donnerstag, 17. Juni 2004, 20 Uhr, Ludolf-Camphausen-Str. 36
, 50672 Köln (Hans-Böckler-Platz / Bf. West)

Versuch einer kritischen Klärung: Gibt es überhaupt (noch) eine
Arbeiterklasse? Wer gehört dazu? Warum ist das wichtig? Wie unterscheidet
sich unser Klassenbegriff von der leninistischen / sozialdemokratischen
Anschauung? Welche Kampfformen entwickelt diese Klasse heute?

Das Bürgertum versucht die Existenz von Klassen seit jeher zu leugnen versucht, denn die "Arbeiterklasse" ist ein Kampfbegriff, der auf globale Ausbeutung und deren gemeinsame Überwindung zielt. Bürgerliche SoziologInnen sprechen daher von Schichten und Milieus.

Die Sozialdemokratie kennt in völliger Begriffsverwirrung seit Jahrzehnten
nurmehr ArbeitnehmerInnen und Arbeitgeber, obwohl es doch die ArbeiterInnen
sind, die ihre Arbeit geben, und die KapitalistInnen diese nehmen. An die
Stelle des Klassenkampfes tritt erst die (betriebliche) Mitbestimmung,
heute das Co-Management.

Mit LeninistInnen der verschiedenen Strömung (Trotzkis, Stalinos, DKP...)
haben die SozialdemokratInnen die Haltung gemein, dass die Arbeit den
Arbeiter zu adeln scheint, was gern zu verschiedenen Formen von
Prolet-Kult führt und zu Parolen wie "Arbeit für alle!", oder dem Spruch,
den nach Martin Luther sowohl Lenin als auch Lassalle im Munde führten: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen."

Weitere Punkte sind:

- die eurozentristischen Verkürzungen des Klassenbegriffs auf das
sozialstaatlich abgesicherte Lohnarbeitsverhältnis

- die feministische Kritik eines Klassenbegriffs, der den Mann mit seinem
familiensichernden Lohn im Zentrum sah

- die aktuelle Krise des Klassenbegriffs, die in den Metropolen mit der
Aufweichung dieses vermeintlichen Idealtypus von abgesicherter Lohnarbeit
zu tun hat, und mit einer Prekarisierung, die mit neuen Formen von
scheinselbständiger Ausbeutung und Selfmade-Tagelöhnern einhergeht.

Es geht also um: Arbeit, Klasse und Kampf. Jede Menge Stoff zur offenen
Diskussion.

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